Indien verlasse ich mit guten Gefühlen; trotz gelegentlicher Tiefs, welche sich wohl auch an dieser Stelle hier wiederspiegelt haben. Das Land ist ein Universum für sich; irgendwie tickt hier alles ein wenig anders (Indien ist halt doch ein wenig gleicher als die Anderen…). Schwierig zu beschreiben wie genau, aber man merkt dies eigentlich bereits schon bei der Ankunft am Flughafen, z.B. am Geruch in der Luft und der Musik im Raum.
Häufig hatte ich hier das Gefühl, das dies, was ich gerade erlebe, surreal sei. Ich hatte viele Szenen, bei welchen ich dachte: “Hat der Typ dies jetzt wirklich gesagt bzw. getan oder spinne ich?” Nur schon die ganzen Tiere in den Strassen. “Hää? Was macht diese Ziege hier?” oder “Wiiiiiso steht hier eine Kuh?”, dachte ich mir häufig. Und zudem sind diese Tiere wie in Trance und verhalten sich ganz anders als bei uns. Dinge, welche man für unmöglich oder undenkbar hält, sind hier Alltag und selbstverständlich.
Aber mindestens so interessant wie der Streichelzoo in den Strassen sind die Menschen hier, insbesondere die Touristen. Mein Abendessen verbrachte ich mit einem 66 Jährigen Japaner, welcher Indien alleine während 2 Monate bereiste und, wie ich, morgen in der Früh nach Hause fliegen wird. Nachdem ich mich zu ihm an den Tisch gesetzt hatte und bestellt hatte, erfuhr ich, dass er exakt das Selbe bestellt hatte (Pizza alle Verdure, welche übrigens exzellent war. Kochen kann man hier) und dies aus einer riesigen Speisekarte mit Speisen aus allen Ecken der Erde. Offenbar war er Kantilehrer vor seiner Pensionierung. Nun reise er gerne.
Danach ging ich einen Schoggi-Kuchen essen und einen Tschai (=Tee. Btw, in allen Sprachen der Welt gibt es nur zwei verschiedene Wörter für dieses Getränk: Tschai und Tee) trinken und traf dabei auf einen Russen. “Nothing is important” begann er das Gespräch und offenbarte mir, dass der wegem Yoga hier sei. “Ok, mach dich auf was gefasst. Jetzt kommt der übliche Quark”, dachte ich mir. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich ihn als äusserst vernünftig empfand. Denn im Gegensatz zu vielen andern Globis, warf er mir nicht semi-esoterische, pseudo-philosophische Binsenwahreiten an den Kopf, sondern beliess es bei eher praktischen, “down-to-earth” Erfahrungen und Kentnissen. Und als er dann mir zeigte, wie er seine Zunge weit in den Hals hinein zog und sie hinten hoch in seine Nasenhöle steckte, und dabei sein Gurgelchen beinahe aus dem Mund herauskam, hatte er endgültig meinen Respekt. Skeptik kam bei mir lediglich wieder auf, als er mir erklärte, dass ihm diese Uebung soviel Kraft gebe, dass der Quecksilber essen können und dies auch tue.













