Bombenstimmung in Beirut

Januar 27, 2012

Sobald man das erste Mal so richtig übers Ohr gehauen wurde, weiss man: Jetzt ist man in einem arabischen Land angekommen. Ahlan wa sahlan – welcome! Beirut bietet allerdings noch mehr. Die Stadt strotzt vor Vielfalt und Gegensätzen. Was einem zu Beginn auffällt, ist die starke Militärpräsenz auf den Strassen: Soldaten mit Kalaschnikovs und Panzer prägen immer noch das Stadtbild. Daneben erinnern Häuser mit Schusslöchern an den, vor noch nicht allzu langer Zeit zu Ende gegangen, Bürgerkrieg. Seit dem Krieg unberührte Hochhäuser, welche damals von Snippern bevorzugt wurden und dementsprechend auch mit allen möglichen Kaliebern beschossen wurden, stehen wie Grabsteine, mitten im heutzutage modernen Stadtzentrum, neben neu eröffneten Luxushotels und Restaurants.

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Pegasus Airlines – My Ass

Januar 14, 2012

Vorhin wollte ich für meinen Flug nach Istanbul einchecken. Am Check-in bediente mich eine hoch geschminkte und hoch gestresste türkische Frau. Ich stelle meinen Koffer auf das Band, sehe dass er 19 kg wiegt und stelle danach noch eine Tasche voll mit Geschenken dazu. Macht insgesamt 24 kg. „Perfekt.“ denke ich mir. Aber nein, es dürfen nur 20 kg sein, meint die Tante am Schalter. „Hm? Ok, dann nehme ich die Tasche als Handgepäck.“ „Nein, das geht nicht. Nur 1 Handgepäck!“, heisst es. Wtf?

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Zum Heulen

Dezember 22, 2011

Als ich im September in Seattle ankam, war ich froh, nach einer sehr intensiven Woche des Suchens ein Zimmer in einem Haus gefunden zu haben. Die Besitzer, DINKs (double income no kids), hatten sich das Haus neu gekauft, mit der Absicht ein Heim fuer “Grads” (graduate students) zu schaffen. Ich war der erste, der hier angesiedelt wurde, und wusste damals noch nicht, mit wem ich dann schlussendlich zusammenleben wuerde.

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Kernschmelze beim Schvaiser Vermschehen

November 24, 2011

Als vor kurzem das tragische Unglück in Fukushima statt fand, war dies natürlich das Top-Thema in allen Medien. FukuSHIma (mit Betonung auf der dritten Silbe), FukuSHIma, FukuSHIma… hiess es auf allen deutschsprachigen Fernsehkanälen. Niemanden interessierte es, wie denn das Wort tatsächlich auf Japanisch ausgesprochen würde. Who gives a shit? Dann kam der Shock: Das Schneewittchen mit den langen schwarzen Haaren vom 10vor10 sprach nun plötzlich von FuKUshima (Betonung auf der zweiten Silbe) und hatte dabei ein, beinahe arrogantes, ich-weiss-wie-man-das-Wort-richtig-auspricht Grinsen auf dem Gesicht. Auf allen anderen deutschsprachigen Kanälen wurde jedoch weiter von FukuSHIma gesprochen. Woher kam der plötzliche Wandel beim SF? Die einzige logische Erklärung war, dass man sich zum Ziel gesetzt hatte, bei fremdsprachigen Wörtern der Aussprache in der entsprechenden original Sprache zu folgen. „Ok, common. Das müsste nicht unbedingt sein. Sonst wird ja dies auch in keinem anderen Land gemacht. Aber Respekt! Hut ab für die Entscheidung. Das muss nun aber konsequent durchgesetzt werden. Man will ja keine Sprachen diskriminieren.“ dachte ich mir.

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Auf der Suche nach dem Kulturschock

Oktober 28, 2011

Kommt man das erste mal nach Amerika, hat man ständig das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Meine Erwartungen, welche sich aus Filmwissen und trivial populären Vorurteilen bilden, wurden zu 100 Prozent erfüllt. Die Art wie die Leute reden, die Autos die sie fahren, der Kleidungsstil, die Kommunikationsart, die gespielte (oder echte?) Coolheit… alles schon gesehen. Kommt hinzu, dass in den USA ebenfalls eine germanische Sprache gesprochen wird und eine protestantische Arbeitsethik herrscht. Summa summarum, ich habe mehr zu erzählen, wenn ich am Wochenende einen Ausflug nach Waldshut mache. Da geht man über die Grenze und hat immerhin das Gefühl, es sei „alles so anders“ als in der Schweiz. Den Rest des Beitrags lesen »


Man muss nicht erst sterben

Februar 26, 2010

Indien verlasse ich mit guten Gefühlen; trotz gelegentlicher Tiefs, welche sich wohl auch an dieser Stelle hier wiederspiegelt haben. Das Land ist ein Universum für sich; irgendwie tickt hier alles ein wenig anders (Indien ist halt doch ein wenig gleicher als die Anderen…). Schwierig zu beschreiben wie genau, aber man merkt dies eigentlich bereits schon bei der Ankunft am Flughafen, z.B. am Geruch in der Luft und der Musik im Raum.

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Da Real Shit

Februar 23, 2010

… ist mein abschliessender Kommentar zu Indien. Nein, Scherze beiseiten, man bekommt wirklich viel Scheissdreck zu sehen und zu riechen. Angefangen von den Exkrementen der Tiere (Ziegen, Schafe, Kuehe, Hunde, Affen, Schweine …), welche ueberall in den Strassen sind, bis hin zu menschlichen Produkten. Man kann sogar zusehen, wie er live von Leuten ohne Scham, z.B. am Strassenrand, produziert wird. Zu welchem Grad man Koerperfluessigkeiten oeffentlich absondert, ist ja bekannterweisen ein Indikator fuer das Zivilisations-Stadium einer Gesellschaft.

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Wuhhäänng

Februar 14, 2010

Wie schon einmal angetönt, ist dieses Land ein wenig ein Sammelbecken für verwirrte Westler. In Jaipur, einer Stadt im Norden Indiens, traff ich wieder ein Mal einen solchen Typen. Ob ich die Energie hier überall spüre, wollte er von mir wissen. Ähm, ja, ich glaub schon, ich habe Durchfall, antwortete ich. „In life, you have only two choices: ignorance or knowledge!“ gab er mir dann zur Auswahl. „Ignorance and a Coca Cola with ice and a slice of lemon for me please“, war meine Wahl. „You know, rationality is only so small… you can explain nothing with it“, sagte er mir, ohne die Cola zu bringen. „Hä? Wollte ich das machen?“ mich fragend, dachte ich: „Na gut, dann diskutieren wir halt irrational“.

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McKinsey Hippies

Februar 11, 2010

„Wenn du in Indien warst, kann dich nichts mehr aus der Fassung bringen“ und „Indien ist wie der Mars“, solche Sprüche habe ich bisher öfters von Leuten, welche Indien bereist haben, zu Ohren bekommen. Mit diesen Erwartungen im Hinterkopf, hat mich Indien nicht allzu eiskalt erwischt. Zugegeben, die Gerüche, der Lärm, die vielen Menschen und das Chaos belasten die Sinneskanäle am Anfang ziemlich. Aber das Ankommen hier war keine „In your face“-Erfahrung. (Im Gegensatz zur Ankunft in Marrackesch. „Nothing compares to Morocco (in terms of being fucked-up)“ würde übrigens gut als Werbespruch für Marokko dienen).

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I’m gonna send him to outa space

Februar 7, 2010

Amman, wo ich heute einen Tag verbracht habe, war eine äusserst angenehme Überraschung. „Gemütlich“ ist das treffendste Adjektiv, welches mir zu Amman in den Sinn kommt. Bei Temperaturen um die 5 Grad,  hat den ganzen Tag die Sonne geschienen. Die Landschaft hat mich stark an die Toskana erinnert (oder an sonst irgendwelche “Winter grün, Sommer trocken“ Mittelmeer Gegenden). In den Reiseführern wird Amman als „moderne arrabische“ Stadt beschrieben. Das ist sie wohl auch. Kopftücher sind eher selten, im Verlgeich zu Ägypten, und die Moscheen reihen sich unaufdringlich in die hügelige Landschaft ein. Zudem wird in den Bars und Restaurants reichlich Alkohol ausgeschenkt und niemand belästig einen in den Strassen (sind das überhaupt Araber?).

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